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A7V
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Der Sturmpanzerwagen A7V war der einzige Panzer, der im Ersten Weltkrieg von deutscher Seite in Serie gefertigt wurde. Erst spĂ€t im Krieg entwickelt, hatte er aufgrund der geringen Produktionszahl von 20 StĂŒck nur sehr wenig Einfluss auf das Kriegsgeschehen.

Contents

‱ Geschichte
‱ Bewaffnung
‱ Hauptwaffe
‱ Panzerung
‱ Nachbauten
‱ Besatzung
‱ A7V-U
‱ Varianten
‱ Siehe auch
‱ Literatur
‱ Weblinks

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Geschichte

Entwicklung und Bau

Nach dem ersten Einsatz von britischen Tanks vom Typ Mark I im September 1916 beauftragte die Oberste Heeresleitung (OHL) am 13. November 1916 die Abteilung 7 Verkehrswesen des Allgemeinen Kriegsdepartements im Preußischen Kriegsministerium mit der Entwicklung und Konstruktion eines Kampfwagens fĂŒr das Deutsche Heer. Nach sechs Wochen Entwicklung waren erste PlĂ€ne fĂŒr das deutsche Kettenfahrzeug fertig.

Der Prototyp des A7V nach einem Entwurf des Oberingenieurs Joseph Vollmer (1871–1955) wurde im Januar 1917 bei der Daimler-Motoren-Gesellschaft (DMG) in Berlin-Marienfelde vorgefĂŒhrt. Er erhielt seinen Namen in Anlehnung an das Amt der Abteilung 7 Verkehrswesen.cite-ref-hahn-17-1-0[1] Das Kriegsministerium ordnete Ende Januar 1917 den Bau von insgesamt 100 A7V an: 10 gepanzerte „Kampfwagen“ und auf Basis des gleichen Fahrgestells und Antriebs 90 ungepanzerte „Überlandwagen“ fĂŒr Nachschubzwecke. Nach zwei ProbelĂ€ufen von Fahrgestellen mit Holzaufbauten entschied die OHL, weitere zehn gepanzerte A7V bauen zu lassen. Mit diesen 20 Panzern sollten zwei Panzerkampfwagenabteilungen zu je fĂŒnf Panzern aufgestellt werden und zehn als Reserve bei AusfĂ€llen dienen.

Zu dieser Zeit kĂ€mpfte das Deutsche Reich bereits mit großen Rohstoffproblemen, was vielfach an der Britischen Seeblockade lag. Zudem gab es noch keine Infrastruktur fĂŒr den Bau dieser neuartigen Waffe. Die mit der Entwicklung betreuten Automobil- und Traktorenfirmen, die zumeist nicht in die Endmontage involviert waren und lediglich einzelne Baugruppen sowie Einzel- und Ersatzteile herstellten, arbeiteten teilweise mit Subunternehmern zusammen, was eine abgestimmte Kommunikation schwierig machte. Zudem mussten aufgrund von Beschaffungsproblemen EinzelauftrĂ€ge unter anderem ins besetzte Belgien vergeben werden. Die Fabriken zur Endmontage wurden erst im Nachhinein bestimmt.cite-ref-walle57-2-0[2] Zwischen Juni und September 1917 entstanden die ersten Exemplare der Kampf- und Überlandwagen bei Loeb und der DMG in Berlin, Heinrich BĂŒssing in Braunschweig und Lanz in Mannheim. Der erste in Deutschland gefertigte StPzKrW A7V wurde Ende Oktober 1917 von der DMG in Berlin-Marienfelde fertiggestellt.cite-ref-3[3]

Konzeptionelle Überlegungen, Vorteile und Probleme

Die Fahreigenschaften des A7V waren auf befestigten und unbefestigten Böden durchweg gut, wozu der Laufkettenantrieb mit seinen vierundzwanzig gefederten Laufrollen beitrug. Mit dieser Entwicklung war der A7V den ungefederten Laufwerken, insbesondere denen der britischen Mark-IV-Panzern ĂŒberlegen. Auch die geschĂŒtzt unter dem Fahrzeug angebrachten Gleisketten sowie der seitliche Schutz der Laufrollen vor Beschuss waren wegweisend fĂŒr die zukĂŒnftige Panzertechnik. Gleiches galt fĂŒr die Lenkung, die wesentlich prĂ€ziser und einfacher zu bedienen war als jene der britischen und französischen Panzer. Um die FĂ€higkeit des GrabenĂŒberschreitens zu verbessern, konnte am Bug des Kampfwagens ein mit einer gefederten Laufrolle versehener Ausleger angebracht werden.cite-ref-walle57-2-1[2] Allerdings hatte der A7V bei extrem schlechten BodenverhĂ€ltnissen wie SchĂŒtzengrĂ€ben, Trichterfeldern und morastigem Boden – ebenso wie seine alliierten Pendants - Probleme. Die hĂ€ufigsten technischen Schwierigkeiten betrafen die Motoren in Form von Anlassproblemen und Überhitzung, außerdem kam es zu GetriebebrĂŒchen und Entgleisen der Ketten. Die Beweglichkeit des A7V wurde außerdem durch die schlechte Selbstreinigung des Fahrwerks und hĂ€ufige SchĂ€den durch in den Ketten eingeklemmten Stacheldraht eingeschrĂ€nkt. Aufgrund des hohen Schwerpunktes konnten nur SchĂŒtzengrĂ€ben von maximal zwei Metern Breite ĂŒberschritten werden. Die Vorgabe zum Überwinden von zwei Meter breiten GrĂ€ben ohne LageverĂ€nderung des Fahrzeugs gehörte jedoch bereits zur Grundkonzeption des Chefkonstrukteurs Joseph Vollmer. Die teils enorme Hitzeentwicklung im Inneren des Panzers war unter anderem einer weiteren Überlegung geschuldet, die zwar vorsah, dass der Kampfraum nicht zu eng und möglichst gut ventiliert sein solle, aber gleichzeitig Schutz vor Granatsplittern und eine vollstĂ€ndige Abdichtung aller Öffnungen bei Flammwerferangriffen bieten mĂŒsse.cite-ref-walle87-4-0[4] Ein weiteres Problem der Konstruktion betraf die Rundumsicht im nĂ€heren Umfeld des A7V. Zwar konnten durch den hohen Aufbau Bedrohungen auf weite Entfernungen ausgemacht werden, doch fĂŒr die Einsicht und das Bestreichen durch die fest eingebauten Bordwaffen auf nahe Ziele gab es klare Grenzen. Die Sicht aus dem Kommandoturm rund um den Wagen war auf neun Meter begrenzt, die Maschinengewehre konnten noch bis zu vier Meter vor dem Panzer erreichen. Darunter war die Besatzung „blind“. Trotz vieler Kompromisse und der genannten Nachteile bewĂ€hrten sich die A7V im Kampf ĂŒberwiegend. Im Kommandoturm, der beispielsweise fĂŒr Eisenbahntransporte auf die dort geforderte Maximalhöhe zusammengeklappt werden konnte, waren neben der Steuerung zwei parallel stehende DrehstĂŒhle mit Armlehnen montiert, die es dem Kommandanten und dem Fahrer ermöglichten, schnelle Fahrtrichtungswechsel vorzunehmen und rundum Ausschau zu halten. Am Heck und an der Front besaßen alle A7V im unteren Bereich je zwei Abschlepphaken, die zum Schutz durch nach oben aufklappbare TĂŒllen in Form von konvexen Sechsecken verdeckt waren.

Aufstellung, Ausbildung und Fronteinsatz

Aufgrund der in der Schlacht von Cambrai gemachten Erfahrungen wurde nicht nur die Fertigstellung der A7V von der OHL beschleunigt, sondern auch mit Beutepanzern (Mark IV) ausgerĂŒstete „Beute-Tank-Abteilungen“ aufgestellt. ZusĂ€tzlich wurde mit dem Bayerischen Armee-Kraftwagen-Park 20 (BAKP 20) in Charleroi eine Panzerwerkstatt eingerichtet. Anfang 1918 begann die Ausbildung der ersten fĂŒnf A7V der Sturm-Panzer-Kraftwagen-Abteilung Nr. 1 in Sedan. Trainiert wurde unter anderem das Zusammenwirken mit der Infanterie und Stoßtrupps. Am 22. MĂ€rz 1918, einen Tag nachdem die Abteilung 1 ihren ersten Fronteinsatz im Rahmen der deutschen FrĂŒhjahrsoffensive Michael bei St. Quentin bestritten hatte, war auch die Ausbildung der Abteilung 2 beendet. Bis zum Ende des Krieges wurden nur diese 20 A7V gebaut, da die deutsche FĂŒhrung vorwiegend auf U-Boote und Flugzeuge setzte und somit nicht genĂŒgend Rohstoffe fĂŒr Panzer zur VerfĂŒgung standen. Der zweite Fronteinsatz erfolgte fĂŒr die Abteilungen 1 und 2 gemeinsam mit der ab 26. Februar 1918 mobilen Abteilung 3 (je fĂŒnf A7V, die restlichen fĂŒnf waren Ersatzfahrzeuge) am 24. April 1918 bei Villers-Bretonneux, DĂ©partement Somme. Dort trafen zum ersten Mal deutsche auf britische Panzer.

Das erste Panzergefecht

Villers-Bretonneux und ein nahe gelegener Wald sollten den Briten entrissen werden. Alle drei A7V-Abteilungen der 2. Armee wurden dabei eingesetzt. Noch vor der Bahnverladung war bereits Wagen 540 „Heiland“ ausgefallen, in der Bereitstellung verlor dann Wagen 503 der 3. Abt. durch einen Zylinderkopfriss seine EinsatzfĂ€higkeit. Die ĂŒbrigen Panzer wurden an diesem 24. April 1918 in drei getrennten Operationsgruppen eingesetzt. Bei besten BodenverhĂ€ltnissen fĂŒr die Panzer und Nebel, der den Einsatz britischer Artillerie verhinderte, kamen die Deutschen rasch voran. Als erster blieb Wagen 506 „Mephisto“ mit verstopften DĂŒsen liegen und kippte, nachdem er wieder flottgemacht worden war, in einen großen Granattrichter, wo er liegen blieb. WĂ€hrenddessen begleitete Wagen 542 „Elfriede“ mit den ebenfalls zur Abteilung 2 gehörenden Panzern „Schnuck“ (504) und „Siegfried“ (525) den von der ersten Welle der 77. Reserve-Infanterie-Brigade vorgetragenen Angriff auf Cachy. Wegen Überhitzung der Motoren blieb dann der einzige rein mit Maschinengewehren bewaffnete (und darum als „weiblich“ bezeichnete, s. u.) deutsche Wagen 501 „Gretchen“ rund 30 Meter vor den britischen GrĂ€ben liegen. Nach AbkĂŒhlung der Maschine konnte er indes wieder flottgemacht werden. Wagen 562 „Herkules“ hatte nach einem Beschuss unter anderem einen Getriebeschaden, konnte unter feindlichen Attacken aber repariert werden und den Angriff fortsetzen. Wagen 542 „Elfriede“ war etwas zu weit nach Norden abgedriftet. Rund einen Kilometer vor Villers-Bretonneux, an der Straße nach Hangard-en-Santerre, ĂŒbersah dessen Fahrer offenbar einen britischen Gefechtsstand. Die Decke des Unterstandes war der tonnenschweren Last nicht gewachsen und brach ein. „Elfriede“ kippte dabei um und blieb auf der rechten Seite liegen. Die Besatzung verließ daraufhin den Panzerwagen und setzte den Angriff mit drei Maschinengewehren als Sturmtrupp fort, wobei Leutnant Stein fiel, zwei Mann schwer verwundet wurden und einer in Gefangenschaft geriet.cite-ref-walle265-5-0[5] Wagen 561 „Nixe“ (Abt. 2), ebenfalls zu weit nördlich, stand auf der Straße nach Cachy drei britischen Mark IV gegenĂŒber: zwei Tanks mit je fĂŒnf Maschinengewehren (Female) und einem Male-Tank mit zwei 6-PfĂŒnder-Kanonen und drei Maschinengewehren. Der britische Kommandant des Male-Tanks Mark IV No. 4066, Leutnant Frank Mitchell, ließ das Feuer auf die Gegner eröffnen. Erst nach seinem zweiten Schuss gab auch Kommandant Leutnant Biltz das Feuer frei. Nachdem die beiden Female-Tanks schwer beschĂ€digt worden waren und im verbliebenen britischen Panzer ein Verwundeter gelegen war, ließ Mitchell drei Mal derart erfolgreich auf den deutschen Wagen schießen, dass die deutsche Panzerbesatzung ihre „Nixe“ verließ. FĂŒnf Mann der Besatzung starben dabei im feindlichen Maschinengewehrfeuer. Eine deutsche Fliegerbombe traf den Male-Tank, richtete jedoch nichts aus. Nachdem die EnglĂ€nder noch von einem anderen deutschen Wagen beschossen worden waren, wurde ihr Tank von deutscher Artillerie vollstĂ€ndig ausgeschaltet. Die gesamte britische Mannschaft ĂŒberlebte.cite-ref-6[6]

Leutnant Biltz und seine MĂ€nner konnten ihren noch bedingt fahrfĂ€higen Wagen 561 rund zwei Kilometer zurĂŒckfahren, dann blieb er mit Motorschaden liegen und wurde aufgegeben. Alle ĂŒbrigen Wagen erreichten das Einsatzziel und konnten ihre Kampfkraft unter Beweis stellen. Nur durch den Einsatz der Panzergruppe 1 mit den Wagen 526, 527 „Lotti“ und 560 „Alter Fritz“ wurde der 228. Infanteriedivision bis zum Mittag die Eroberung und Einnahme des Tagesziels Villers-Bretonneux möglich.

Bis November 1918 absolvierten die A7V-Abteilungen gemeinsam mit den Beutetankabteilungen EinsĂ€tze bei Reims und Iwuy, die nur neun A7V ĂŒberstanden. Letztlich waren die deutschen Wagen nur 50 Tage im Einsatz. Der Einsatz der wenigen deutschen Exemplare hatte keine große Auswirkung wie etwa die von fast 500 britischen Panzern wĂ€hrend der Schlacht von Cambrai. An ihrem Höhepunkt konnte die alliierte FĂŒhrung ĂŒber 6.000 gepanzerte Fahrzeuge aufbieten.

Nach Kriegsende

Am 21. Oktober, nur knapp drei Wochen vor dem Kriegsende am 11. November, wurden alle drei Panzerabteilungen sowie die Beutetankabteilungen von Charleroi nach Erbenheim verlegt und am 17. November aufgelöst.

In Deutschland

Aus den gepanzerten Fahrzeugen, die sich noch in deutscher Hand befanden, wurden im Dezember 1918/Januar 1919, zur Niederschlagung der politischen Unruhen, zusammen mit Freiwilligen in Berlin-Lankwitz Freikorps gebildet. Neben einigen gepanzerten Fahrzeugen waren nur noch zwei Mark-IV-Beute-Tanks und ein A7V vorhanden, welche die Kampfwagenabteilung des Freikorps Maercker bildeten.

Der verbliebene A7V, auf den Namen „Hedi“ getauft, scheint allerdings keines der 20 Exemplare gewesen zu sein, die am Krieg teilgenommen haben. So besaß er auf beiden Seiten zwei TĂŒren, einen verĂ€nderten Turm und Maschinengewehrlafetten an den Ecken und am Heck. Er war mit der Aufschrift Panzer-Kampfwagen-Abteilung Regierungs-Treue-Truppen, der Zahl 54 und einem Totenkopf bemalt.

Wahrscheinlich handelt es sich bei „Hedi“ um einen der Prototypen bzw. Fahrschulpanzer, der ĂŒberpanzert wurde, oder um den Funkpanzer. Der Panzer wurde bei der Besetzung Berlins am 15. Januar 1919 (und damit der Beendigung des Spartakusaufstandes), ab 17. April in Braunschweig und ab 11. Mai in Leipzig eingesetzt. Auch sicherte das Freikorps die GrĂŒndungsversammlung der Weimarer Republik ab dem 6. Februar in Weimar.

Ab dem 28. Juni 1919 durfte das Deutsche Reich gemĂ€ĂŸ Artikel 171 des Versailler Vertrages unter anderem keine Panzer mehr besitzen. So wurde der letzte A7V an die Alliierten ĂŒbergeben. Sein weiterer Verbleib ist nicht eindeutig geklĂ€rt.

Die letzten ErwĂ€hnungen eines A7V in Deutschland finden sich auf dem Kampfwagen-Erinnerungsabzeichen, das der damalige Reichswehrminister Otto Geßler am 13. Juli 1921 stiftete. Es zeigt einen A7V im Gefecht und wurde an 99 ehemalige Angehörige der Kampfwagenabteilungen verliehen, die an mindestens drei FronteinsĂ€tzen beteiligt waren oder wĂ€hrend eines Einsatzes verwundet wurden. Des Weiteren wurde im Berliner Zeughaus ein Modell in OriginalgrĂ¶ĂŸe ausgestellt, das aber im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde.

In Frankreich

Der erste Panzer, der den Alliierten in fast unversehrtem Zustand in die HĂ€nde fiel, war „Elfriede“ (542).cite-ref-7[7] Das Fahrzeug war bei BĂŒssing in Braunschweig gefertigt worden und wurde im MĂ€rz 1918 zunĂ€chst an den Bayerischen Armee-Kraftwagen-Park Nr. 20 bei Charleroi verschickt. Dort erhielt „Elfriede“ einen Tarnanstrich sowie die Markierungen mit den Eisernen Kreuzen, bevor das Fahrzeug an den Panzerkommandanten Leutnant Stein von der Sturmpanzer-Kraftwagen-Abteilung Nr. 2 ĂŒbergeben wurde. Beim Angriff vom 24. April 1918 war „Elfriede“ umgekippt und blieb anschließend im Niemandsland zwischen den Fronten liegen. Um zu vermeiden, dass der Wagen von den Gegnern erbeutet wird, sollte er in der darauffolgenden Nacht von einem deutschen Stoßtrupp gesprengt werden, was jedoch misslang. Eine Einheit der französischen 37. Marokkanischen Division, die in den Tagen darauf in den Frontabschnitt um Cachy verlegt wurde, schickte in den NĂ€chten Anfang Mai 1918 mehrere SpĂ€htrupps zu „Elfriede“. In der Nacht vom 4. auf den 5. Mai versuchten die Marokkaner erstmals erfolglos, das Fahrzeug zu bergen. Durch das Auskundschaften des Fahrzeugs konnte die Geheimdienst-Abteilung des Grand Quartier GĂ©nĂ©ral am 8. Mai 1918 erstmals eine französische Beschreibung und einen Bericht ĂŒber die Verwundbarkeit des A7V verfassen, der 10. Mai 1918 in englischer Sprache erschien. Die auf die Seite gekippte „Elfriede“ wurde nach zwölf Tagen von der französischen Section de Ravitaillement et de RĂ©paration (SRR) unter Mithilfe zweier britischer Mark V geborgen und rund einen Kilometer abgeschleppt.cite-ref-walle265-5-1[5] Der deutsche Sturmwagen wurde wieder fahrtĂŒchtig gemacht und verschiedenen Beschuss- und Fahrversuchen unterzogen. Über diese Versuche existiert sowohl ein Bericht als auch ein 16-mm-Film. Nach dem Krieg wurde der Panzer zusammen mit anderer Kriegsbeute auf der Place de la Concorde in Paris ausgestellt und wahrscheinlich 1920 verschrottet.

Außer „Elfriede“ wurden noch sechs weitere A7V in Frankreich aufgegeben: 502/503, 526, „Alter Fritz“ (560), „Nixe“ (561), „Herkules“ (562) und „Lotti“ (527). WĂ€hrend „Herkules“ wahrscheinlich nach England gebracht wurde, gelang es den Deutschen, „Alter Fritz“ zu sprengen. Die restlichen Exemplare wurden meist ausgeschlachtet und dann von den Franzosen verschrottet, „Lotti“ als letztes erst 1922.

In Ozeanien

Eine Besonderheit stellt „Mephisto“ (506) dar, da er der einzige heute noch erhaltene A7V-Panzer ist. „Mephisto“ hatte Probleme in der Schlacht an der Somme, als seine VergaserdĂŒsen und die Benzinleitung verstopft wurden, und blieb nach der Behebung dieser Pannen am 24. April in einem Granattrichter liegen. Von deutscher Seite aus wurden mehrere erfolglose Versuche unternommen, den Panzer zu bergen oder, sollte dies nicht gelingen, ihn zu sprengen. Obwohl „Mephisto“ im Juni zeitweise sogar hinter den deutschen Linien lag, wurde nun kein weiterer Bergungsversuch mehr unternommen. Erst als er hinter die alliierten Linien kam, wurde er am 22. Juli 1918 von britischen und australischen Truppen geborgen und nach Vaux-en-AmiĂ©nois gebracht. Vor und nach seinen umfangreichen Untersuchungen wurden auf dem Wagen verschiedene Bemalungen und Beschriftungen aufgebracht. Ein Bild auf seiner Seitenwand zeigte einen gekrönten Löwen, das Wappentier Englands, der einen A7V mit seinen Pranken hielt.cite-ref-walle265-5-2[5]

Von Oktober bis Dezember 1918 verblieb „Mephisto“ zu VorfĂŒhrzwecken auf dem GelĂ€nde der Tank Corps Gunnery School in Merlimont sĂŒdlich von Boulogne.cite-ref-8[8] UrsprĂŒnglich sollte „Mephisto“ im Australian War Memorial Museum in Canberra ausgestellt werden. Die Regierung von Queensland erreichte jedoch, dass er stattdessen nach Brisbane zum Queensland Museum gebracht wurde. Die BegrĂŒndung war, dass „Mephisto“ schließlich von QueenslĂ€ndern erbeutet worden war. Am 25. Januar 1919 wurde das Fahrzeug als KriegstrophĂ€e von DĂŒnkirchen nach London und ĂŒber Tilbury am 2. April 1919 schließlich mit der 1917 erbauten SS Armagh nach Australien verschifft, wo der Kampfwagen am 2. Juni 1919 in Brisbane eintraf und am 14. Juni 1919 am Norman Wharf entladen wurde. Zwei Dampfwalzen schleppen den Panzer auf ein FreigelĂ€nde am Museum, wo er vom 22. August 1919 bis Juni 1979, mehr als 60 Jahre lang, stand. Erst dann erkannte man, dass der Panzer zerfallen wĂŒrde, wenn er weiterhin der Witterung ausgesetzt wĂ€re. In all den Jahren war auch die originale Farbgebung verwittert. Nach einer Sandstrahlung und Renovierung erhielt er ein neues Farbschema und zog 1986 in das neue Queensland Museum South Bank in einen eigens fĂŒr ihn errichteten klimatisierten und vollverglasten Raum im Bereich der Dinosaurierausstellung. Dort blieb er bis zu den Überschwemmungen im Januar 2011.cite-ref-moving-mephisto-9-0[9] Im Februar 2011 kam „Mephisto“ von seinem fast 25-jĂ€hrigen Standort mit einem Schwertransport zunĂ€chst in ein sicheres auswĂ€rtiges Depot und anschließend, im Oktober 2011, zu einer umfassenden Konservierung in eine Einrichtung nördlich von Brisbane. Dort wurde er fast ein Jahr lang von einem der fĂŒhrenden Metallkonservatoren Australiens umfassend restauriert, wobei sich an den Gleisketten erstaunlicherweise noch Reste von eingefahrenem Stacheldraht aus dem Ersten Weltkrieg fanden.cite-ref-10[10] Neben den Restaurierungsarbeiten fand auch eine intensive Befundaufnahme der KampfschĂ€den am Panzer statt.cite-ref-11[11] Ab 18. MĂ€rz 2013 konnte das Fahrzeug vorĂŒbergehend auf einer FreiflĂ€che des zum Queensland Museum gehörenden The Workshops Rail Museum, Ipswich besichtigt werden und kam im Juli 2015 anlĂ€sslich der Gedenkfeierlichkeiten zum Ersten Weltkrieg befristet in das Australian War Memorial Museum, wo es bis Juni 2017 blieb.cite-ref-moving-mephisto-9-1[9] Anschließend wurde der Panzer bis Februar 2018 erneut in The Workshops Rail Museum ausgestellt und kehrte danach in das Queensland Museum zurĂŒck. Dort blieb er der Öffentlichkeit einige Monate verborgen, bis sein neues Domizil fertiggestellt war. Heute steht „Mephisto“ wieder im Queensland Museum South Bank und ist das PrunkstĂŒck in der am 10. November 2018 eröffneten Anzac Legacy Gallery, die sich dem Ersten Weltkrieg widmet.cite-ref-12[12]

In England

Die Panzerabteilungen 1 und 2 rĂŒckten laut einem Befehl bei einem Gegenangriff am 31. August 1918 unterstĂŒtzend östlich von Bapaume gegen FrĂ©micourt vor. Die drei eingesetzten A7V kamen dabei schneller voran als die von ihnen begleitete Infanterie. Damit riss die Verbindung der beiden Truppengattungen untereinander ab. Die Kampfwagen, darunter „Schnuck“ (504) und „Hagen“ (528) versuchten daher, den Kontakt wieder herzustellen. Bei dem darauf folgenden Gegenangriff britischer Tanks feuerte die deutsche Artillerie nicht nur auf diese, sondern traf versehentlich auch die zwei eigenen Panzer. „Hagen“ wurde dabei nur leicht beschĂ€digt, fuhr sich aber fest, wĂ€hrend „Schnuck“ so schwere Treffer erhielt, dass beide Panzer aufgegeben werden mussten. Beide wurden von Soldaten der New Zealand Expeditionary Force geborgen und der britischen Armee ĂŒbergeben. Nach einer Untersuchung im Depot des Royal Tank Corps wurden sie Ende November nach London gebracht. „Hagen“ konnte anfangs im Regent’s Park besichtigt werden, bevor beide BeutestĂŒcke 1919 kurzfristig in Horse Guards Parade zur Ausstellung kamen. Anschließend war geplant, die beiden Fahrzeuge in verschiedenen Museen unterzubringen. Daher kam Ende 1919 „Schnuck“ zum Imperial War Museum, das sich damals im Crystal Palace befand. Dort wurde der Panzer neben britischen Tanks ausgestellt. „Hagen“ sollte nach einer AbsichtserklĂ€rung der neuseelĂ€ndischen Regierung zunĂ€chst nach Neuseeland verschifft werden. Nachdem sich jedoch herausgestellt hatte, dass die britische Armee wahrscheinlich wĂ€hrend ihrer Tests den gesamten Panzer entkernt hatte und nur noch dessen HĂŒlle existierte und obendrein offenbar kein Schiff mit einem geeigneten Ladekran gefunden werden konnte, um „Hagen“ nach Neuseeland zu transportieren, verblieb der Panzer in London. Er kam nun zu Royal Artillery Institution, wo er mutmaßlich 1920 verschrottet wurde. Auch „Schnuck“ war kein Überleben gesichert. Als das Imperial War Museum Anfang 1920 umzog, fand sich am neuen Standort nicht ausreichend Platz. Daher wurde auf den deutschen Panzer verzichtet. Noch an seinem bisherigen Standort wurde „Schnuck“ zerlegt und verschrottet. Lediglich die Kanone und ein Teil der Lafette blieben erhalten und befinden sich in der Außenstelle des Museums in Manchester. Als dritten Panzer erbeuteten britische Einheiten bei Kriegsende „Herkules“ (562), nachdem er zuvor manövrierunfĂ€hig aufgegeben worden war. Sein genauer Verbleib ist nicht sicher, wahrscheinlich wurde auch er nach England transportiert und dort verschrottet.cite-ref-walle271-13-0[13]

In den USA

„Nixe II“ (529) musste nach einem französischen Artillerietreffer am 31. Mai 1918 bei Reims aufgegeben werden. Gegen Ende des Krieges wurde der Wagen den amerikanischen StreitkrĂ€ften geschenkt, auf Interesse an der weiteren Verwendung geprĂŒft und 1919 zu weiteren Untersuchungen in die USA gebracht. Nach deren Beendigung wurde „Nixe“ an das U.S. Army Ordnance Museum in Aberdeen, Maryland gegeben, wo Teile der Panzerung fĂŒr Beschussversuche verwendet wurden. Da „Nixe II“, wie viele der AusstellungsstĂŒcke des Museums, im Freien aufgestellt wurde, rostete und verwahrloste der Wagen bis zum Anfang der 1940er-Jahre vor sich hin. 1942 fĂ€llte das Museum die Entscheidung, „Nixe“ zur Ausschlachtung und Verschrottung an einen örtlichen SchrotthĂ€ndler zu verkaufen.cite-ref-walle273-14-0[14]

Legendenbildung

Wie geschildert, wurden mehrere deutsche Panzerwagen von den nachrĂŒckenden Franzosen erbeutet. Dadurch entstand eine populĂ€re Legende, dass mehrere A7Vs von Frankreich an Polen abgegeben worden seien und angeblich wĂ€hrend des Polnisch-Russischen Kriegs eingesetzt wurden. Einer wissenschaftlichen ÜberprĂŒfung hĂ€lt dieser Mythos nicht stand, da das Schicksal jedes einzelnen A7V, der im Ersten Weltkrieg im Einsatz war, bekannt ist. Zudem sind weder offizielle Aufzeichnungen bekannt, noch können photographische Belege fĂŒr die Existenz dieser Kampfwagen in polnischen Diensten erbracht werden.cite-ref-15[15]cite-ref-16[16] Trotzdem wurde zuletzt 2013 im Internet spekuliert, dass es sich bei den Überresten eines Panzers, der nahe dem polnischen LubartĂłw im Fluss Wieprz gefunden wurde, um einen nach dem Krieg verkauften A7V handeln könnte.cite-ref-17[17]

Kennzeichnung

Eine exakt einheitliche Kennzeichnung der Wagen fand wĂ€hrend des Ersten Weltkriegs trotz gewisser Richtlinien nicht statt, denn die Umsetzung dieser Vorschriften an der Front fiel aus verschiedenen GrĂŒnden an den einzelnen Panzern sehr unterschiedlich aus.

Die ersten A7V, die zwischen Januar und MĂ€rz 1918 ausgeliefert wurden, besaßen mit großer Wahrscheinlichkeit allesamt einen grauen Anstrich.cite-ref-18[18] Erst an der Front trug man ein großes weiß umrahmtes Eisernes Kreuz an Bug und Heck auf. Zumindest einige Wagen erhielten kurze Zeit spĂ€ter ein weiteres Eisernes Kreuz auf die beiden Flanken gemalt. ZusĂ€tzlich wurde bei fast jedem A7V am Bug links neben der Kanone der Name des Panzers mit weißer Farbe angebracht. Einigen Wagen wurde der Name auch auf das Heck geschrieben. Außerdem brachte man die Chassisnummer auf den Innenseiten der TĂŒren an.

Noch vor dem 21. MĂ€rz wurden neue Kennzeichnungsrichtlinien erlassen. Ab jetzt sollten die Wagen an ihren Flanken jeweils in der Mitte einen mehrfach umrandeten Kreis tragen, in dessen Mitte die Nummer des Panzers in der jeweiligen Abteilung (1–5) stand. Dieser Kreis sollte von jeweils zwei Eisernen Kreuzen flankiert werden. Am 21. MĂ€rz 1918 erfolgte der erste Kampfeinsatz fĂŒr die A7V bei St. Quentin durch die Sturmpanzer-Kraftwagen-Abteilung 1 (StPzKrW-Abt. 1). Die Wagen der 1. Abteilung erhielten nach diesem erfolgreichen Einsatz statt des Eisernen Kreuzes am Bug einen weißen Totenkopf mit gekreuzten Knochen. Einige Besatzungen wie die von „Herkules“ malten auch noch links und rechts neben den Totenkopf je ein Eisernes Kreuz auf ihren Wagen. Ab September 1918 wurde dieser Totenkopf bei allen A7V-Abteilungen auf den Bug gemalt.cite-ref-walle1990-196-19-0[19] Die kreisförmigen Markierungen wurden recht schnell wieder abgeschafft. Nach einer neuen Vorgabe wurden an deren Stelle nun weiß umrandete rote römische Ziffern aufgemalt. Bei einigen Wagen wurde diese Neuerung nicht umgesetzt. So trug Wagen 527 „Lotti“ noch im Juni die runde Markierung und, wohl zur besseren Erkennung durch die eigenen Flieger, ein Eisernes Kreuz auf dem LĂŒftungsgitter.

Im Sommer 1918 gab es eine erneute Änderung bezĂŒglich der Eisernen Kreuze. Statt diesen wurden nun Balkenkreuze verwendet. Das Aussehen diese Kreuze wich jedoch bei einigen Panzern betrĂ€chtlich voneinander ab. Daneben gab es noch individuelle Bemalungen durch die Truppe. Bei „Mephisto“ war rechts am Bug ein rotes laufendes Teufelchen mit einem britischen Mark I unter dem Arm angebracht.

Eine Aufnahmenreihe aus dem SpĂ€tsommer 1918 zeigt Wagen 501 „Gretchen“ mit nachgerĂŒstetem SockelgeschĂŒtz bei einer GefechtsĂŒbung. „Gretchen“ wurden zur Kennzeichnung spĂ€te AusfĂŒhrungen des Balkenkreuzes aufgemalt, die an ihren Stirnseiten keine weiße Umrandung mehr besitzen. Zudem ist der im September allgemein eingefĂŒhrte Totenkopf sichtbar.cite-ref-walle1990-196-19-1[19]

Buntfarbenanstrich und weitere Tarnmittel

SpĂ€testens nach den ersten EinsĂ€tzen und Erfahrungen versah die Truppe an der Front ihre Wagen mit frei gestalteten Tarnanstrichen, wobei sich die großflĂ€chig aufgebrachten Flecken ineinander verwischen. Dieses Tarnschema mit Eisernen Kreuzen zeigen Fotos der erbeuteten Wagen 529 „Nixe“ vom Mai 1918 und Wagen 528 „Hagen“, der am 31. August 1918 verloren ging. Auch Wagen 504/544 „Schnuck“, der am gleichen Tag aufgegeben wurde, besaß eine solche Tarnung.

Am 7. Juli 1918 gab der Chef des Generalstabes eine Empfehlung hinsichtlich eines neuen Tarnanstrichs heraus. Dies war als Antwort auf Tarnanstriche zu sehen, die EnglĂ€nder und Franzosen schon seit lĂ€ngerem auf ihren Tanks aufgebracht hatten. So sollten jetzt matte unregelmĂ€ĂŸige Tarnflecke in ockergelb, grĂŒn und rostbraun aufgemalt werden, die durch breite schwarze Umrahmungen getrennt waren. SprĂŒhfarben fĂŒr Fahrzeuge kamen beim deutschen MilitĂ€r erst in den 1930er-Jahren auf.cite-ref-20[20] Die teilweise verwaschen wirkenden Anstriche der A7V auf den historischen Fotografien wurden in der Vergangenheit mit schlecht haltenden Farbmitteln oder Dreckverkrustungen erklĂ€rt. Es ist nicht bekannt, wie viele der A7V den Buntfarbenanstrich erhielten. Da es erst seit 1925 das vereinheitlichte RAL-Farbsystem gab, können die vom Generalstab vorgegebenen Farbtöne durchaus variiert haben.

Die oben bereits genannte Aufnahmenreihe von Wagen 501 „Gretchen“ zeigt den neuen Buntfarbenanstrich mit Balkenkreuzen wĂ€hrend einer GefechtsĂŒbung. Der Tarnanstrich ist dort jedoch nicht wie vielfach ĂŒblich scharfeckig angebracht, sondern gewellt. Ähnlich wurde dies ab 1922 auch bei der Reichswehr eingefĂŒhrt.cite-ref-21[21] Wie auch auf Fotos anderer A7V werden dort zur weiteren Unkenntlichmachung gegen Fliegereinsicht Tarnnetze und Buschwerk am Wagen eingesetzt. Noch mindestens zwei weitere A7V wurden im gleichen Tarnschema umgestrichen, wobei man bei mindestens einem Wagen auf die Balkenkreuze an den Flanken verzichtet hat und stattdessen je einen TotenschĂ€del malte.

Bewaffnung

Die folgende Bewaffnung traf auf alle A7V zu. Nur „Gretchen“ (501) war ursprĂŒnglich als einziger Wagen in einer AusfĂŒhrung aufgebaut worden, die bei den EnglĂ€ndern female genannt wurde. Statt eines GeschĂŒtzes und sechs MGs verteidigte sich Gretchen ursprĂŒnglich mit acht MGs. Die Schnellfeuerkanone wurde jedoch nachgerĂŒstet. UrsprĂŒnglich war es vorgesehen, in Wagen 501 zwei Flammenwerfer und vier MGs zu installieren.

Hauptwaffe

Die Hauptwaffe des A7V war eine 5,7-cm-Maxim-Nordenfelt Kasematt-Schnellfeuerkanone. Diese in Großbritannien hergestellten Kanonen waren beim Einmarsch in Belgien und Russland in großer Anzahl erbeutet worden und konnten so fĂŒr den Bau einer genĂŒgenden Anzahl von Panzern eingeplant werden. Der Grund fĂŒr diese Wahl war vorrangig der mit 15 cm kurze RohrrĂŒcklauf. Mit diesem GeschĂŒtz waren zudem gute Erfahrungen bei der BekĂ€mpfung von Panzern gemacht worden.

SekundÀrwaffen

Neben der Schnellfeuerkanone war der A7V mit sechs Maschinengewehren vom Typ MG 08 ausgerĂŒstet. Die MG waren lafettiert, also fest eingebaut. Bei einer Bewegung des Maschinengewehres bewegte sich nicht nur dieses, sondern auch der daran fest angebrachte Sitz des SchĂŒtzen und die gepanzerte Walzenblende. Diese verhinderte eine feindliche Einsicht in den Wagen und diente auch als Splitterschutz fĂŒr die Besatzung. Der Nachteil dieser relativ festen Verbauung bestand in den toten Winkeln, die vom MG nicht bestrichen werden konnten. Diese Winkel ergaben sich vor allem im Frontbereich zwischen den vorderen MG, an deren Seiten und der Kanone. Außerdem war die Zone in einem Abstand von unter 4,5 Metern vor dem Panzer nicht mit den MG zu verteidigen. Bei weiter entfernten Zielen konnte theoretisch gezieltes Zickzackfahren die Schusswinkel bereinigen. Praktisch wird dies in den teils schwer vom Granatfeuer zerwĂŒhlten Frontabschnitten problematisch gewesen sein. ZusĂ€tzlich befand sich in jedem A7V ein leichtes Maschinengewehr 08/15 mit 300 Schuss Munition, sechs Karabiner 98, Handgranaten und pro Besatzungsmitglied eine Pistole 08. Der Sinn dieser Waffen war, die Besatzung auch bei Aufgabe des Panzers kampffĂ€hig zu halten.

Panzerung

Der A7V bestand aus einem Fahrwerk und einem gepanzerten GehĂ€use, das mit diesem an 16 Stellen verschraubt war. Das GehĂ€use wurde in Skelettbauweise aus verschiedenen Platten zusammengeschraubt oder genietet. Durch eine leicht schrĂ€ge Anbringung der Seitenteile und des Daches wurde die Panzerung im Gegensatz zu einer geraden Anbringung verbessert. Da das grĂ¶ĂŸte Risiko, beschossen zu werden, im Frontbereich lag, war die Panzerung an dieser Stelle mit 30 mm dicker als beim Rest. Am Heck und an den Seiten betrug die Panzerung nur 15 mm. Das Dach war aus 5 mm dĂŒnnem Panzerblech gefertigt, lediglich der Turm war von einer 20 mm (vorne) bzw. 15 mm (hinten und Seiten) starken Panzerung umgeben. Durch die relativ tiefen Seitenteile und auch das Fahrwerk waren die Seiten des Panzers bis zum Boden recht gut geschĂŒtzt. Da dies bei Front- und Heckpartie nicht der Fall war, wurden dort nachtrĂ€glich pendelnde 20-mm-Bleche aufgehĂ€ngt. Der Boden war, sieht man von einer 10-mm-Splitterschutzplatte unterhalb der Tanks ab, komplett ungepanzert. So befand sich unter den Motoren keinerlei Panzerung, auch, um die Luft des KĂŒhlers problemlos abziehen lassen zu können.

Technische Daten

| Hersteller | Vier Unternehmen in der Endmontage: Daimler-Motoren-Gesellschaft, BĂŒssing, Loeb, Lanz |
|---|---|
| Besatzung | 16 Mann |
| Motor | Zwei DMG -Vierzylinder- Reihenmotoren Typ 165 204 mit paarweise zusammengegossenen Zylindern und FlĂŒssigkeitskĂŒhlung , OHV-Ventilsteuerung (je Zylinder zwei hĂ€ngende Ventile, untenliegende Nockenwelle ), Doppelzentrifugal-KĂŒhlwasserpumpe |
| Bohrung × Hub | 165 × 200 mm |
| Hubraum | je 17.000 cmÂł |
| Leistung | je 100 PS (74 kW) bei 800 bis 900 min −1 |
| Vergaser | Pallas -Vergaser |
| ZĂŒndung | Hochspannungs- MagnetzĂŒndung mit Drehzahlbegrenzer |
| Schmierung | Druckumlaufschmierung |
| KĂŒhler | RöhrenkĂŒhler |
| Betriebsstoff | Benzin-Benzol -Gemisch |
| Verbrauch | ca. 7,5 l/km (Straße) bzw. 16 l/km (GelĂ€nde) fĂŒr beide Motoren |
| Anlasser | Elektrischer Anlasser , alternativ: Anlasskurbel fĂŒr drei Mann |
| Treibstoffvorrat | 2 × 250 l |
| Fahrbereich | 60–70 km (Straße)/30–35 km (GelĂ€nde) |
| Geschwindigkeit | 16 km/h (Straße)/4–8 km/h (GelĂ€nde) |
| Fahrgestell | Hauptrahmen aus Stahlblech und Blechschienen |
| Laufwerk | Vollkettenlaufwerk nach dem Caterpillar -Holt-System. Drei Laufrollenwagen mit je fĂŒnf Laufrollen und zwei StĂŒtzrollen, die Laufrollenwagen werden untereinander durch bewegliche Verbindungsstangen in LĂ€ngs- und Querrichtung zusammengehalten, Federung durch zwei Federeinheiten mit je zwei Schraubenfedern und eine Federeinheit mit vier Schraubenfedern. KettenlĂ€nge 1200 cm, AuflagelĂ€nge 450 cm, Kettenbreite 52 cm, Gleiskettenteilung 25,4 cm |
| Lenkung | Lenkung durch Änderung der Motordrehzahl, zudem ist ein zusĂ€tzliches Auskuppeln und Bremsen der einzelnen Gleisketten möglich. Der kleinste Lenkradius betrug 2,2 Meter, ein Schwenk um die eigene vertikale Achse von 360 Grad war möglich. |
| Bremsen | Eine Bremse pro Gleiskette, die auf die Motorgetriebewellen wirkte. |
| Kupplung | Lederbelegte, entlastete Doppelkonus kupplung |
| Getriebe | reversierbares mechanisches Dreiganggetriebe |
| Antrieb | Über Vorgelege auf TriebrĂ€der |
| LÀnge/Breite/Höhe | 7,35 m / 3,06 m / 3,35 m |
| Spurweite | 2,115 m |
| ÜberschreitfĂ€higkeit | 2 m |
| WatfÀhigkeit | 80 cm |
| KletterfÀhigkeit | 40 cm |
| SteigfÀhigkeit | 25° |
| Bodenfreiheit | 20 cm |
| Gesamtgewicht | 30 t |
| Gewicht des Fahrzeugs inkl. Treibstoff | 16 t |
| Gewicht der Panzerung | 8,5 t |
| Gewicht der Waffenanlage inkl. Munition | 3,5 t |
| Gewicht von Besatzung und AusrĂŒstung | 2 t |
| Panzerung | Front 30 mm, Seiten 15 mm, Decke 6 mm, Boden vorne 10 mm, sonst ungepanzert |
| Bewaffnung | 1 Cockerill-Nordenfelt-Kasematt-Schnellfeuerkanone 5,7 cm L/26,3 6 MG 08 1 lMG 08/15 |
| Munition | 180 bzw. spÀter 300 Granaten 5,7 cm; 18.000 Schuss MG-Munition |
| Herstellungskosten | 250.000 Goldmark |
| Sonstiges | Brieftauben (zur NachrichtenĂŒbermittlung), Lichtsignalapparat (zur Übermittlung von Feuerbefehlen) |

Einsatz und Verbleib

| Chassisnummer | Name | Abteilung | Verbleib |
|---|---|---|---|
| k. A. | | Prototyp | Fahrschule |
| k. A. | | Prototyp | Fahrschule (GrKrftBtl. 1) |
| k. A. | | Funkpanzer | Kraftfahrer (GrKrftBtl. 1) |
| 501 | „ Gretchen “ | Abt. 1, Abt. 2, Abt. 3 | Einziger A7V in weiblicher AusfĂŒhrung (keine Kanone, 8 MGs). Erst im Sommer 1918 wurde der Wagen mit einem SockelgeschĂŒtz nachgerĂŒstet. [ 22 ] Kriegsende bei der Truppe. |
| 502/503 | „ Faust “, [ 23 ] Kronprinz Wilhelm , [ 24 ] König Wilhelm , [ 25 ] Wilhelm | Abt. 1, Abt. 3 | Nach einem irreparablen Defekt des Chassis 502 im MĂ€rz 1918 wurde dessen Aufbau auf Chassis 503 gesetzt [ 19 ] (503 hatte im April 1918 einen Zylinderkopfriss). Aufgegeben im Oktober 1918 und Beute der Briten, die ihn vor Ort verschrotteten. |
| 504/544 | „Schnuck“ | Abt. 2 | Nach einem irreparablen Defekt des Chassis 544 wurde dessen Aufbau auf Chassis 504 gesetzt. [ 19 ] Aufgegeben bei FrĂ©micourt (nach zwei frontalen deutschen Artillerietreffern) am 31. August 1918, danach britische Beute, 1919 verschrottet. Seine Hauptwaffe, die belgische Schnellfeuerkanone, blieb erhalten und ist heute im Imperial War Museum North in Manchester (Großbritannien) ausgestellt. |
| 505 | „ Baden I“, „ (Prinz) August Wilhelm “ [ 26 ] | Abt. 1, Abt. 3 | Kriegsende bei der Truppe. |
| 506 | „ Mephisto “ | Abt. 1, Abt. 3 | Aufgegeben bei Villers-Bretonneux am 24. April 1918, danach australische Beute, heute im Queensland Museum in Brisbane . [ 27 ] |
| 507 | „ Cyklop “, „ (Prinz) Eitel Friedrich “ [ 28 ] | Abt. 1, Abt. 3 | Kriegsende bei der Truppe. |
| 525 | „ Siegfried “ | Abt. 2 | Kriegsende bei der Truppe. |
| 526 | | Abt. 1 | Ausgeschlachtet. |
| 527 | „Lotti“ | Abt. 1 | Fuhr sich am 1. Juni 1918 bei Reims fest, erhielt spĂ€ter noch einen Artillerietreffer in den Turm. 1922 verschrottet |
| 528 | „ Hagen “ | Abt. 2 | Fuhr sich bei Fremicourt am 31. August 1918 fest und wurde aufgegeben, dann britische Beute, 1919 verschrottet |
| 529 | „ Nixe II“ | Abt. 2 | Verlust bei Reims am 31. Mai 1918, dann amerikanische Beute, 1942 im Aberdeen Proving Grounds Museum ( Maryland ) verschrottet |
| 540 | „ Heiland “ | Abt. 3, Abt. 1 | Kriegsende bei der Truppe. |
| 541 | | Abt. 1 | Kriegsende bei der Truppe |
| 542 | „Elfriede“ | Abt. 2 | Verlust bei Villers-Bretonneux am 24. April 1918, im Oktober 1918 französische Beute, ausgestellt in Paris, 1919 verschrottet. |
| 543 | „Hagen“, „Bulle“, „ Adalbert “, „König Wilhelm“ | Abt. 2, Abt. 3 | Den Namen „Bulle“ trug der Wagen wahrscheinlich bis April 1918. Anschließend wurde dieser Name ĂŒbermalt und durch „Adalbert“ ersetzt. [ 29 ] Kriegsende bei der Truppe. |
| 560 | „ Alter Fritz “ | Abt. 1 | Erhielt Granattreffer, musste aufgegeben werden und wurde am 11. Oktober 1918 bei Iwuy gesprengt. |
| 561 | „Nixe“ [ 19 ] | Abt. 2 | Nach dem ersten Panzergefecht der Geschichte aufgegeben aufgrund von SchĂ€den und fehlenden Ersatzteilen am 24. April 1918. |
| 562 | „ Herkules “ [ 19 ] | Abt. 1, Abt. 2 | Ausgeschlachtet, spĂ€ter britische Beute. |
| 563 | „ Wotan “ [ 19 ] | Abt. 2 | Kriegsende bei der Truppe. |
| 564 | „ (Prinz) Oskar “ [ 30 ] | Abt. 3 | Kriegsende bei der Truppe. |

Nachbauten

Der originalgetreueste Nachbau eines A7V, der Wagen „Wotan“, wurde nach einer Initiative aus dem Heeresamt der Bundeswehr ab 1987 rekonstruiert. Dabei arbeiteten rund 20 Firmen der Wehrwirtschaft mit der UniversitĂ€t Hamburg und dem Bundesamt fĂŒr Wehrtechnik und Beschaffung zusammen.cite-ref-31[31] „Wotan“ ist im Deutschen Panzermuseum Munster ausgestellt. Ein zweiter, fahrtĂŒchtiger, Nachbau befindet sich im englischen Panzermuseum Bovington. Er soll den Wagen „Schnuck“ darstellen, besitzt jedoch einen fĂŒr dieses Fahrzeug nicht belegten Anstrich.cite-ref-32[32] Als Basis diente hier ein Fordson-Landwirtschaftstraktor.

Besatzung, Uniformierung und AusrĂŒstung

Besatzung

Die Besatzung bestand aus einem Leutnant als Kommandanten, fĂŒnf Unteroffizieren und zehn Mannschaften. Im Einsatz erhöhte sich die Zahl allerdings oft auf bis zu 26 Soldaten. Im Idealfall konnte man von folgender 23-köpfiger Besatzung ausgehen:

‱ 1 Kommandant
‱ 2 Monteure bzw. Mechaniker, von denen einer auch eine Ausbildung als Fahrer erhalten hatte
‱ 1 GeschĂŒtzfĂŒhrer
‱ 1 Richtkanonier
‱ 1 LadeschĂŒtze
‱ 12 MG-SchĂŒtzen
‱ 2 Melder
‱ 1 Blinker und
‱ 1 Brieftaubenwart.cite-ref-33[33]

Dadurch war jedes MG doppelt besetzt. Außerdem fĂ€llt auf, dass grob ein Drittel der Besatzung nur damit beschĂ€ftigt war, fĂŒr Munition und Kontakt nach „draußen“ zu sorgen.

Uniformierung und AusrĂŒstung

Da es damals noch keine eigene Truppengattung fĂŒr PanzerkrĂ€fte gab, wurden die Offiziere unter anderem von den Kraftfahrtruppen und der Artillerie „ausgeliehen“. Die Mannschaften kamen von der Artillerie und der Infanterie (GeschĂŒtz- bzw. MG-Bedienung) und von den Kraftfahrtruppen (Fahrer). Aus diesem Grund gab es auch noch keine spezielle Panzeruniform, sondern jeder Soldat trug die Uniform seiner ursprĂŒnglichen Waffengattung.

Die Besatzung trug meist die Feldbluse M 1915, den Stahlhelm M 1916, FeldmĂŒtze, Hose und Stiefel oder Schuhe, die Offiziere den Waffenrock M 1910. Hinzu kam wegen der erhöhten Gasgefahr an der Front eine Gasmaske M 1915. Koppel nebst Bajonett, Feldflasche und sonstiges Zubehör wurde wegen der Enge im Panzer hĂ€ufig nur bei MeldegĂ€ngen angezogen, oder wenn die Besatzung den Panzer verlassen musste.

Teilweise, meist von Offizieren, wurde eine Panzerkombination aus Leinen, wahrscheinlich mit Asbest beschichtet, ĂŒber der Uniform sowie eine modifizierte Fliegerschutzkappe getragen. Bei dieser wurde der Ohrenschutz abgetrennt. Sie diente lediglich zum Schutz vor scharfen Kanten im Inneren des Panzers.

Kommandanten und Fahrer, seltener Mannschaften, trugen gelegentlich von britischen Panzerbesatzungen erbeutete Tankmasken. Sie waren zur Abwehr sogenannter Spritzer gedacht – Splitter, die sich bei Beschuss von den WĂ€nden lösten und zu Augenverletzungen fĂŒhren konnten. Die Masken bestanden aus einer mit Leder ĂŒberzogenen Stahlplatte. Die Augen wurden durch Lederlamellen geschĂŒtzt, Nase und Kieferbereich durch eine Art Kettenhemd.

Diese Masken erwiesen sich vor allem fĂŒr die Mannschaften als unpraktisch, da die Sicht eingeschrĂ€nkt war und die Masken in der Hitze sehr unbequem zu tragen waren.

1918 war ein spezieller Stahlhelm fĂŒr Panzerbesatzungen in Planung, der jedoch nicht mehr die Front erreichte. Bei diesem Modell sollte der nach vorne gezogene Schirm weggelassen werden, da dieser bei der Waffenbedienung und der Beobachtung durch die Sehschlitze hinderlich war.

Gefechtsdienst im Panzer

Auch wenn der A7V von außen sehr groß aussah, waren die VerhĂ€ltnisse im Innenraum fĂŒr die meisten Besatzungsmitglieder beengt. So waren die seitlichen DurchgĂ€nge neben den Motoren nur 1,60 Meter hoch. Daher musste sich die Besatzung gebĂŒckt bewegen, das Tragen des Stahlhelms war dabei obligatorisch. Einzig der Kommandant und der Fahrer hatten ausreichend Platz und gepolsterte Sitze. Der Kanonier saß auf einem mitschwenkenden Sitz, wĂ€hrend sich die MG-SchĂŒtzen auf Munitionskisten verteilten. Monteure, Melder und der Brieftaubenwart mussten stehen. Um wenigstens einigermaßen Halt zu finden, waren an der Decke insgesamt zwölf Halteseile (je sechs pro Kampfraumseite) angebracht. Der Boden war, mit Ausnahme des Notausstiegs am Heck und unter den Motoren, mit Riffelblechen bedeckt.

Der Dienst im Panzer war außerordentlich anstrengend: Die Enge, Hitze, ohrenbetĂ€ubender LĂ€rm und Ölgestank waren auch ohne Kampfeinsatz schwer zu ertragen. Hinzu kam, dass die MĂ€nner im Wageninneren auf den unwegsamen Schlachtfeldern hin- und hergeworfen wurden, auch wenn die gefederten Laufrollen der deutschen Panzer dort einige StĂ¶ĂŸe mildern konnten. Technologisch unterschied sich der A7V in diesen Punkten auf sehr schwierigem GelĂ€nde daher nur geringfĂŒgig von britischen und französischen Konstruktionen. Wenn immer möglich, saß die Besatzung außerhalb des Panzers auf, um den widrigen UmstĂ€nden in seinem Inneren zu entkommen.

Auch die damalige Motorentechnik und die Art und Weise ihrer Konstruktion kam bei anhaltenden Schwankungen und schweren StĂ¶ĂŸen schnell an ihre Grenzen. Seine Vorteile gegenĂŒber gegnerischen Panzern konnte der A7V allerdings auf ebenerem Untergrund und bei leichteren GelĂ€ndeverhĂ€ltnissen ausspielen, da das Fahrwerk hier unter anderem sein laufruhigeres, den Motor schonendes Verhalten zeigen konnte und die den alliierten Fahrzeugen ĂŒberlegenere Lenkung ein Manövrieren vereinfachte. Durch den Verzicht auf eine Innenraumbeleuchtung konnte lediglich durch die Schießscharten, Sehschlitze und Luken Tageslicht eindringen. Temperaturen von 60 °C und mehr mussten ausgehalten werden, da die Luft zum KĂŒhlen der Motoren aus dem Innenraum abgesaugt wurde. Frischluft kam lediglich durch LĂŒftungsgitter im Dachbereich des A7V. Dies wiederum hatte zur Folge, dass die Besatzung – wie allerdings bei britischen und französischen Konstruktionen auch – (kĂŒnstlichem) Nebel schutzlos ausgeliefert war. Gegen Gasangriffe trug jeder Soldat eine BereitschaftsbĂŒchse mit Gasmaske bei sich. Fortschrittlich war die Ausstattung des Panzers mit einer einfachen Feuerleitanlage: elektrische Lichtsignale fĂŒr die MG-SchĂŒtzen sowie ein Richtungsanzeiger fĂŒr die Bordkanone. Kommandos und Befehle wurden ansonsten durch einen Melder im Wagen ĂŒbermittelt. Ein bekanntes Manko war die sehr begrenzte Sicht aus dem Fahrzeug heraus, die das Manövrieren schwierig machte und den Fahrer und Beobachter in problematischen, lebensbedrohlichen Situationen vor fast unlösbare Aufgaben stellen konnte. Um hier Abhilfe zu schaffen, hatte die Optische Anstalt C. P. Goerz ein Schartenfernrohr entwickelt. Mit dessen Optik blieb das Gesichtsfeld ohne EinschrĂ€nkung der schmalen Sehschlitze frei. Zum Einsatz kam das GerĂ€t jedoch nicht mehr, da die geforderten StĂŒckzahlen bis Kriegsende nicht mehr geliefert werden konnten.cite-ref-34[34]

Vergleich mit gegnerischen Panzermodellen

Der A7V wird vielfach zu Unrecht als Fehlkonstruktion bezeichnet. Die Ingenieure hatten zwar im Gegensatz zu Briten und Franzosen mit vielen Schwierigkeiten und konzeptionellen Planungskompromissen aufgrund des allgemeinen Rohstoffmangels zu kĂ€mpfen, doch trotz dieser Probleme war der A7V den gegnerischen Modellen nicht nur „auf dem Papier“, sondern insbesondere auf festem Untergrund klar ĂŒberlegen. Kein Fahrzeug des Ersten Weltkrieges hatte eine grĂ¶ĂŸere Feuerkraft und stĂ€rkere Panzerung bei zugleich verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig großer Geschwindigkeit. Wichtig bei der Panzerung war deren angeschrĂ€gte Formgebung, die sich im Festungsbau bereits seit Jahrhunderten gegen Beschuss bewĂ€hrt hatte. Besonderer Wert war auch auf die Federung und den Schutz der Caterpillar-Holt-Gleisketten gerichtet worden, denn man hatte hier nach ersten Kampferfahrungen eine Schwachstelle alliierter Konstruktionen entdeckt. Zudem hatten die deutschen Fahrzeuge eine verbesserte Lenkbarkeit sowie ein funktionales elektrisches Feuerleitsystem, bei dem ĂŒber den Maschinengewehrstellungen Lichtsignale in weiß mit der Aufschrift „Achtung“ und in rot mit der Aufschrift „Feuer“ gegeben wurden. Die Bedienung am BuggeschĂŒtz wiederum konnten ebenfalls mit einer elektrischen Signalgebung durch den Kommandanten gesteuert werden. Die an und fĂŒr sich genaue Zieloptik des BuggeschĂŒtzes war hingegen unbeliebt, da das Fahrzeug beim Fahren in unwegsamen GelĂ€nde stĂ€ndig herumschwankte und somit eigentlich unbrauchbar war. Lediglich im stehenden Zustand oder bei geraden Passagen leistete sie gute Dienste – ansonsten rammte man sich eher das Okular ins Auge. Der Fahrer kuppelte mit zwei Pedalen und lenkte – Ă€hnlich wie bei damaligen Straßenbahnen oder elektrischen Lokomotiven – mit einem ein Steuerrad.

Im Gegensatz zu den alliierten Panzern waren die 20 gelieferten deutschen Wagen nicht baugleich, was den fast noch experimentellen Stand der Entwicklung deutlich macht. Dennoch war die von Vollmer mehrfach betonte Anordnung und Beschusssicherung der Laufketten wegweisend fĂŒr die Panzertechnologie bis heute. Inwieweit Vollmer auch von dem durch Gunther Burstyn (1879–1945) im Jahr 1911 entwickelten MotorgeschĂŒtz Kenntnis hatte, das Burstyn damals auch dem Deutschen Kriegsministerium erfolglos vorgestellt hatte, ist unbekannt.

| Land | Land | Modell | Modell | Bewaffnung | Motorleistung | Gewicht | Maximalgeschwindigkeit | Besatzung | Maximale Panzerung |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Vereinigtes Konigreich 1801 | Vereinigtes Königreich | | Mark IV ( Male -Variante) | 2 × 5,7-cm-GeschĂŒtze 4 MG | 105 PS | 28 t | 6 km/h | 8 Mann | 12 mm |
| Vereinigtes Konigreich 1801 | Vereinigtes Königreich | | Mark A „Whippet“ | 4 MG | 90 PS | 14,2 t | 13,4 km/h | 4 Mann | 14 mm |
| Frankreich | Frankreich | | St. Chamond | 1 × 7,5-cm-GeschĂŒtz 4 MG | 90 PS | 22 t | 8 km/h | 8 Mann | 17 mm |
| Frankreich | Frankreich | | Char Schneider CA1 | 1 × 7,5-cm-GeschĂŒtz 2 MG | 55 PS | 14,6 t | 7,5 km/h | 6 Mann | 11,5 mm |
| Frankreich | Frankreich | | Renault FT | 1 × 3,7-cm-GeschĂŒtz | 35 PS | 7 t | 20 km/h | 2 Mann | 22 mm |
| Deutsches Reich | Deutsches Reich | | Sturmpanzerwagen A7V | 1 × 5,7-cm-GeschĂŒtz 6 MG | 200 PS | 30 t | 16 km/h | 16 Mann | 30 mm |

Weitere Fahrzeuge der A7V-Familie

A7V-U

→

Hauptartikel

:

A7V-U

Im September des Jahres 1918 wurden 20 A7V-U (Umlauffahrwerk) in Auftrag gegeben, wobei nur ein Prototyp fertiggestellt wurde. Diese Version hatte ein Gewicht von 40 Tonnen.

A7V Raupenlastwagen

Neben den 22 der 100 Fahrgestelle, die zum Bau der zwei Prototypen und der 20 Serienfahrzeuge verwendet wurden, wurde ein Fahrgestell fĂŒr den Prototyp des A7V-U, drei fĂŒr den A7V-Flakpanzer, zwei fĂŒr Funkpanzer und eines fĂŒr eine Artilleriezugmaschine verwendet. Die ĂŒbrigen 71 sollten und sind in sogenannten Raupenlastwagen verbaut worden.

Technische Daten (Raupenlastwagen)

Die kraftfahrzeugtechnischen Daten des Raupenlastwagens entsprachen, bis auf folgende Abweichungen, denen des „normalen“ A7V.

| Gesamtgewicht | 26 t |
|---|---|
| Gewicht des Aufbaus | 1 t |
| Gewicht des Fahrgestells | 16 t |
| Nutzlast | 9 t |
| Herstellungskosten | 160.000 Mark |

Varianten

‱ A7V-Funkwagen
‱ A7V-Panzerflak

Siehe auch
Literatur

‱ Heinrich Kaufhold-Roll: Der deutsche Panzerbau im Ersten Weltkrieg. Biblio-Verlag, OsnabrĂŒck 1995, ISBN 3-7648-2448-4 (Wehrtechnik und wissenschaftliche Waffenkunde. Band 10).
‱ Werner Oswald: Kraftfahrzeuge und Panzer der Reichswehr - Wehrmacht und Bundeswehr. Katalog aller Typen und Modelle. 8. Auflage. Motorbuch Verlag, Stuttgart 1975, ISBN 3-87943-161-2.
‱ Klaus Paprotka: Einsatz der Sturmpanzerwagen A7V. im I. Weltkrieg; Kriegsgeschichtliche Exkursion. In: Das Schwarze Barett, Nachrichtenblatt fĂŒr Soldaten und Reservisten der Panzer-, PanzerjĂ€ger- und PanzeraufklĂ€rungstruppe. Nr. 14, 1995.
‱ Ralf Raths: German Tank Production and Armoured Warfare, 1916-18. In: War & Society, Volume 30, Number 1, March 2011, S. 24–47(24).
‱ Karsten Richter: Das Zusammenwirken von Panzern und Infanterie im Ersten Weltkrieg. In: Pallasch. Zeitschrift fĂŒr MilitĂ€rgeschichte. Heft 18, 2004.
‱ Wolfgang Schneider, Rainer Strasheim: Deutsche Kampfwagen im 1. Weltkrieg. Podzun-Pallas Verlag GmbH, Friedberg 1988, ISBN 3-7909-0337-X (Das Waffen-Arsenal. Band 112).
‱ Rainer Strasheim, Max Hundleby: Sturmpanzer A7V – First of the Panzers. Tankograd Publishing, Erlangen 2010, ISBN 978-3-936519-11-2.
‱ Ernst Volckheim: Die deutschen Kampfwagen im Weltkriege. Mittler, Berlin 1923 (Beiheft zum MilitĂ€r-Wochenblatt, Ausgabe 2/1923).
‱ Heinrich Walle (Red.), Komitee Nachbau Sturmpanzerwagen A7V (Hrsg.): Sturmpanzerwagen A7V. Vom Urpanzer zum Leopard 2. Ein Beitrag zur MilitĂ€r- und Technikgeschichte (= Wehrtechnik und wissenschaftliche Waffenkunde 15). Mittler, Herford 1990, ISBN 3-8132-0351-4.
‱ Mark Whitmore u. a.: Mephisto, A7V Sturmpanzerwagen 506. A history of the sole surviving First World War German tank. Brisbane, Queensland Museum 1989. ISBN 0-7242-3388-1.

Weblinks

Commons

: A7V

– Album mit Bildern

‱ Deutsches Panzermuseum Munster
‱ Bilder des A7V (chinesisch)
‱ Der A7V „Mephisto“ im Queensland Museum (englisch)
‱ Seite eines Modellbauers mit vielen Fotos (englisch)

Anmerkungen

cite-note-hahn-17-11. ↑ Fritz Hahn: Waffen und Geheimwaffen des Deutschen Heeres 1933–1945. Bernard & Graefe Verlag, Bonn 1987, ISBN 3-7637-5832-1. S. 17.
cite-note-walle57-22. ↑ Heinz Kaufhold-Roll: Die Entstehung des Schweren Kampfwagens (A7V). In: Heinrich Walle (Red.), Komitee Nachbau Sturmpanzerwagen A7V (Hrsg.): Sturmpanzerwagen A7V. Vom Urpanzer zum Leopard 2. Ein Beitrag zur MilitĂ€r- und Technikgeschichte (= Wehrtechnik und wissenschaftliche Waffenkunde 15). Mittler, Herford 1990, ISBN 3-8132-0351-4. S. 51–79; hier: S. 57.
cite-note-33. ↑ Ralph E Jones, George H Rarey, Robert J. Icks: The fighting Tanks since 1916. Juni 1933, S. 95, abgerufen am 17. April 2023 (englisch).
cite-note-walle87-44. ↑ Joseph Vollmer: Deutsche Kampfwagen. In: Heinrich Walle (Red.), Komitee Nachbau Sturmpanzerwagen A7V (Hrsg.): Sturmpanzerwagen A7V. Vom Urpanzer zum Leopard 2. Ein Beitrag zur MilitĂ€r- und Technikgeschichte (= Wehrtechnik und wissenschaftliche Waffenkunde 15). Mittler, Herford 1990, ISBN 3-8132-0351-4. S. 80–92; hier: S. 87.
cite-note-walle265-55. ↑ Uwe Larsen: Geschichte der Sturmpanzerwagen A7V von 1918 bis jetzt. In: Heinrich Walle (Red.), Komitee Nachbau Sturmpanzerwagen A7V (Hrsg.): Sturmpanzerwagen A7V. Vom Urpanzer zum Leopard 2. Ein Beitrag zur MilitĂ€r- und Technikgeschichte (= Wehrtechnik und wissenschaftliche Waffenkunde 15). Mittler, Herford 1990, ISBN 3-8132-0351-4. S. 265–276; hier: S. 265.
cite-note-66. ↑ Jon E. Lewis (Hrsg.): True World War 1 Stories, Constable and Robinson. 2. durchgesehene Auflage 1999, ISBN 1-84119-095-0.
cite-note-77. ↑ Jan Zaluska: Panzer. 1921, S. 14, abgerufen am 27. November 2022 (polnisch).
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cite-note-moving-mephisto-99. ↑ Queensland Museum: Moving Mephisto.
cite-note-1010. ↑ Queensland Museum: Conservation.
cite-note-1111. ↑ Michael Westaway: Battle scars reveal the life of ‘Mephisto’, a WW1 German tank from a century ago. In: The Conservation. Academic rigour, journalistic flair.20. Juli 2018. theconversation.com
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cite-note-walle271-1313. ↑ Uwe Larsen: Geschichte der Sturmpanzerwagen A7V von 1918 bis jetzt. In: Heinrich Walle (Red.), Komitee Nachbau Sturmpanzerwagen A7V (Hrsg.): Sturmpanzerwagen A7V. Vom Urpanzer zum Leopard 2. Ein Beitrag zur MilitĂ€r- und Technikgeschichte (= Wehrtechnik und wissenschaftliche Waffenkunde 15). Mittler, Herford 1990, ISBN 3-8132-0351-4. S. 265–276; hier: S. 271.
cite-note-walle273-1414. ↑ Uwe Larsen: Geschichte der Sturmpanzerwagen A7V von 1918 bis jetzt. In: Heinrich Walle (Red.), Komitee Nachbau Sturmpanzerwagen A7V (Hrsg.): Sturmpanzerwagen A7V. Vom Urpanzer zum Leopard 2. Ein Beitrag zur MilitĂ€r- und Technikgeschichte (= Wehrtechnik und wissenschaftliche Waffenkunde 15). Mittler, Herford 1990, ISBN 3-8132-0351-4. S. 265–276; hier: S. 273.
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cite-note-2121. ↑ Johannes Denecke: Tarnanstriche des deutschen Heeres 1914 bis heute. Bernard & Graefe, Bonn 1999, ISBN 3-7637-5990-5. S. 11
cite-note-221. Maxwell Hundelby, Rainer Strasheim: The German A7V Tank and captured British Mark IV tanks of World War 1. Sparkford/Somerset 1990, ISBN 0-85429-788-X
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cite-note-276. Queensland Museum, "Moving Mephisto", abgerufen am 8. April 2019
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cite-note-3131. ↑ JĂŒrgen Frölich u. a. (Hrsg.): Preußen und Preußentum vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart. BWV Berliner-Wissenschaft. Berlin 2002, ISBN 3-8305-0268-0. S. 176 (Fußnote).
cite-note-3232. ↑ Fotos des Nachbaus von Wagen 504 „Schnuck“ auf Flickr (Memento vom 23. Januar 2013 im Webarchiv archive.today)
cite-note-3333. ↑ Heinrich Walle (Red.), Komitee Nachbau Sturmpanzerwagen A7V (Hrsg.): Sturmpanzerwagen A7V. Vom Urpanzer zum Leopard 2. Ein Beitrag zur MilitĂ€r- und Technikgeschichte (= Wehrtechnik und wissenschaftliche Waffenkunde 15). Mittler, Herford 1990, ISBN 3-8132-0351-4. S. 162
cite-note-3434. ↑ Udo Lander: Die Bewaffnung der Sturmpanzerwagen A7V. In: Heinrich Walle (Red.), Komitee Nachbau Sturmpanzerwagen A7V (Hrsg.): Sturmpanzerwagen A7V. Vom Urpanzer zum Leopard 2. Ein Beitrag zur MilitĂ€r- und Technikgeschichte (= Wehrtechnik und wissenschaftliche Waffenkunde 15). Mittler, Herford 1990, ISBN 3-8132-0351-4. S. 194–154; hier: S. 153